So 15. August 2010, 17 Uhr Stadtkirche Thun
Eintritt: CHF 48.00/38.00/28.00/18.00
Vorverkauf:
www.kulturticket.ch Tel 0900 585 887 (CHF 1.20/Min)

The Hilliard Ensemble

DAVID JAMES countertenor 
ROGERS COVEY-CRUMP tenor 
STEVEN HARROLD tenor
GORDON JONES baritone

In Paradisum
Der Requiem-Text in einer französischen Vertonung aus dem 17. Jahrhundert mit eingeschobenen polyphonen Kompositionen von Victoria (1548? - 1611) und Palestrina (1525 - 1594). Der Gesang ist dem Graduale Romanum aus Toul, Meurthe-et-Moselle, in Frankreich, entnommen und datiert von 1627.

Taedet animam meam
Tomás Luis de Victoria

Introitus
Aus dem Graduale Romanum, Toul, Frankreich 1627

Kyrie
Aus dem Graduale Romanum, Toul

Domine quando veneris
Giovanni Pierluigi da Palestrina

Graduale
Aus dem Graduale Romanum, Toul

Libera me Domine
Tomás Luis de Victoria

Tractus
Aus dem Graduale Romanum, Toul

Ad Dominum cum tribularer clamavi
Giovanni Pierluigi da Palestrina

Sequentia – Dies irae
Aus dem Graduale Romanum, Toul

Offertorium
Graduale Romanum, Toul

Peccantem me quotidie
Tomás Luis de Victoria

Sanctus - Benedictus
Aus dem Graduale Romanum, Toul

Heu mihi Domine
Giovanni Pierluigi da Palestrina

Agnus Dei
Graduale Romanum, Toul

Communio
Graduale Romanum, Toul

Libera me Domine
Giovanni Pierluigi da Palestrina

Dieses Programm wird ohne Pause aufgeführt und dauert ca. 70 Minuten.

"In Paradisum deducant te angeli", "Ins Paradies mögen dich die Engel begleiten" - mit dieser Antiphon im 7. Kirchenton endet die lateinische Totenliturgie der römischen Kirche, bevor die Trauerprozession die Kirche verlässt und den Verstorbenen zur letzten Ruhe bettet. Die Form des Requiems hat sich, wohl in Anlehnung an das altrömische Ahnengedächtnis wie an antik-orientalische Bestattungsriten, im frühen Mittelalter herausgebildet. Sie vereint die Sätze des normalen Messoratoriums wie "Kyrie", "Sanctus", "Benedictus" und Agnus Dei" mit solchen, im Verlauf des 11. bis 13. Jahrhunderts dann dem Chor zugewiesenen Bestandteilen, die sich gemäss der Ordnung des Kirchenjahres ändern. Dabei wechseln gesprochene und gesungene Teile einander ab. Das Hilliard Ensemble greift in diesem Programm auf die originale einstimmige Gestalt der Liturgie zurück, wie sie nach der Tridentinischen Reform des gregorianischen Chorals 1570 im "Missale Romanum" durch Papst Pius V. kodifiziert wurde. (Ein Exemplar des hier verwendeten Touler Drucks aus dem Jahre 1627 befindet sich in der British Library, London). Eingefasst in die einstimmige Gregorianik, die uns an die Ursprünge der abendländlichen Musik zurückführt, sind motettische Sätze von Giovanni Pierluigi da Palestrina und Tomás Luis de Victoria (zusammen mit dem Flamen Orlando di Lasso die letzten grossen Vertreter der mehrstimmigen Vokalpolyphonie), bevor diese einzigartige Kunst um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert einem neuen, dem konzertierenden Generalbassstil weichen musste. Palestrina, der sein gesamtes künstlerisches Leben in Rom am päpstlichen Hof verbrachte, gilt als der Vollender der kontrapunktischen Mehrstimmigkeit. Die Ruhe und Ausgeglichenheit seines Stils liessen ihn zum Ideal der kirchlichen Musik werden. Ähnliches gilt für Victoria, der ausschliesslich Kirchenmusik geschrieben hat. Begegnet man heute dieser die Jahrtausende umspannenden und überdauernden Überlieferung, so ist man überrascht, ja überwältigt von der Frische und Unmittelbarkeit, mit der diese gleichsam nackte, auf das Wesentliche konzentrierte Musik zu allen unseren Sinnen spricht, und man versteht die Aufforderung des heiligen Benedikt von Nursia, des Begründers der Benediktinerregeln, man möge sie " mit dem Ohr des Herzens hören".

The Hilliard Ensemble hat sich in den mehr als 30 Jahren seines Bestehens einen unverwech-
selbaren Ruf erworben und gilt heute als eines der weltbesten Vokalensembles. Die Formation hat sich auf die Musik vor 1600 spezialisiert, das Repertoire reicht jedoch bis hin zu Werken zeitgenössischer Komponisten.
Das Hilliard Ensemble war Gast aller bedeutenden britischen und deutschen Festivals, ist heute auf allen wichtigen Podien der Welt zu Gast und findet 
stets ein be-
geistertes Publikum und ein grossartiges Presse-Echo. Rundfunk-, Fernseh- (BBC, WDR, NDR, ZDF, ARTE) und Schallplattenaufnahmen (EMI, ECM), die meistenteils mit internationalen Preisen - darunter Deutscher Schallplattenpreis, Grammophone, Record of the Year, Edison Prize - ausgezeichnet wurden, runden das weite Feld der Arbeit des Hilliard Ensembles ab.

www.hilliardensemble.demon.co.uk